Google Analytics und der Panikmache Blödsinn

- Image via CrunchBase
Wer hat noch nicht davon gehört, überall wird es groß rausposaunt und die Welt verrückt gemacht “Analytics ist gefährlich”.
Alle möglichen “Internet Profi” Magazine, Fernsehen und und und berichten davon. Bisher nichts böses ahnenden Webmastern werden, von allen “Experten” die Augen geöffnet, “Wenn du Googles Analytics benutzt machst du dich Sogar strafbar”. Aber blicke jemand mal Hinter die Kulissen? Macht sich jemand mal selbst Gedanken, und schluckt mal nicht den vorgekauten Brei?
Ja Analytics speichert vielleicht IP Adressen, aber in keinem, ich wiederhole, in keinem einzigen Bereich von Analytics kann man als User die IP Adressen einsehen.
“Aber Google speichert diese ja bestimmt, oder nicht, und verwendet sie weiter”
Klar aber um IP Adressen zu speichern braucht Google doch kein popliges Analytics! Jeder surft im Internet und 90% benutzen dafür Google. Selbst wenn man Google nur zum suchen benutzt speichert es schon dir IP Adresse und das Suchwort, dass man benutzt. Was meint man denn woher Googles Insights of Search ihre Geografischen Daten bezieht ? Gebt doch mal ein Suchwort ein, meinetwegen “Handy”, woher kommt wohl diese schöne Deutschlandkarte rechts unten?
Oder nehmen wir Adwords, die Anzeigen rechts neben den Suchergebnissen.
Die SEMler wissen, das man diese auch Regional schalten kann, also dass z.B. nur Googleuser aus Berlin die Anzeigen zu sehen bekommen, wissen das aber auch die Googleuser selbst? Woher kommt denn wohl diese Möglichkeit?
Es ist einfach so, wer Google benutzt gibt auch seine IP zum verwerten frei, das ist Fakt und fertig.
Um wieder auf Analytics zurück zu kommen, ich habe oben schon erwähnt, dass mir die Benutzeroberfläche keinerlei Möglichkeit bietet die IP Adressen der Besucher einzusehen. Ein anderes Programm aber, welches auf jedem, und ich meine absolut jedem, Webspace installiert ist, ist AW-Stats oder andere Logfileanalyse Tools. Diese Logfiles gibts es auf jedem Server und auf jedem Webspace. Und sie geben fast alle Informationen über den Betrieb der Webseite z.B. wieviele Besucher, welche Seiten werden abgefragt, Traffic und aderer Kram, aber auch Browserart, Betriebssystem ect., und wer hats erwartet – IP Adressen von fast allen Besuchern!
Um der ganzen Medien-Hetzkampagne eine Frage zu stellen, machen sich also alle AW-Stats o.Ä. Besitzer strafbar? Denn man könnte ja rein theoretisch IP Adressen von Onlineshop-Besuchern mit Aktionen in Verbindung bringen, wenn man sie zeitlich abstimmt.
Um mal allen, die glauben, nur weil sie im dunklen Zimmer ohne Fenster vor ihrem PC sitzen, sie auch anonym im Internet surfen können, mit der Warheit zu konfrontieren. Jeder der das glaubt, hört das Wort Internet enweder zum ersten Mal, oder hat die letzten 20 Jahre verschlafen. Ob Google, das IP Adressen schon bei seiner Benutzung auswertet, oder ein Webmaster einer Webseite, der genau weis wann ein Besucher kommt, was er gesucht hat, wie lang er da war, welche Aktionen er gemacht hat und noch 100 anderer Dinge.
Niemand ist im Internet anonym und zwar nicht erst seit gestern, sondern noch bevor Google überhaupt ein Hirngespinst wurde.
Das gute an Deutschland, und nur auf deutschen Seiten seit ihr halbwegs abgesichert, ist dass es einem hier gar nichts bringt die IP Adresse von jemandem zu kennen, denn mit der allein Kann man nichts anfangen. Erst der DSL Provider kann Auskunft über eine IP geben und dem ist das per Gesetzt Strengstens untersagt. Diese Daten dürfen selbst von der Staatsanwaltschaft, erst mit einem dringenden Straftatbestand eingesehen werden und auch dann erst ab einer gewissen Schwere des Vergehens.
Also keine Angst vor Google Analytics und dem Webmaster von “nebenan”, Ihr habt eure IP Adresse schon im ganzen Internet verteilt als ihr zum ersten Mal online wart, Suchmaschinen benutzt und Webseiten besucht habt.
Der ganze Medienrummel drumrum ist nur Marketing weiter nichts, eine Story eben und die beste Story ist die, die Panik macht und dem einen oder anderen einen Haufen Kohle einbringt, denn am meisten Geld macht man mit Unwissenheit und Angst. Leider gehören unsere Gerichte, in dieser Angelegenheit, auch in die Rubrik Unwissenheit, ich sag nur wer in Google nach “Brauser” sucht… naja.
Firmennamen will ich hier nicht nennen, aktive Webmaster wissen aber wen ich meine.
Nachtrag 15.10.2009
Bastian von Blogs-Optimieren hat mich, in seinem Artikel, daran erinnert, dass ich einen wichtigen Punkt ausgelassen habe:
Ich wollte eigentlich nur Internet Surfer/User ansprechen, aber habe die Webmaster ganz außenvor gelassen. Mein Artikel lässt vieleicht den Gedanken aufkommen, dass es egal ist, ob Webmaster GA benutzen oder nicht, dem ist aber nicht so. Google Analytics ist und bleibt eine Grauzone im Datenschutzrecht, da man als Webmaster zwar keine IPs einsehen oder verwerten kann, diese aber an ein Amerikanisches Unternehmen weitergeleitet werden. Für den Besucher macht es keinen Unterschied ob seine IP von der Googleseite oder von einer in Deutschland gehosteten Webseite, an Google weitergeleitet wird, aber für den deutschen Webmaster macht es einen Unterschied.
Speichert Google die IPs selbst von der eigenen Seite aus, dann ist das eine Sache, aber wenn ein Webmaster die IPs seiner Besucher über Analytics an Google weiterleitet, kommt er in diese Grauzone. Es muss also unbedingt der Analytics Passus in die eigene Datenschutzerklärung eingebaut werden, um den Besucher darüber zu informieren, denn die Information darüber ist in Deutschland sein Recht und des Webmasters Pflicht. Denn der Webmaster und jeder andere, der mit persönliche Daten arbeitet ist nachweispflichtig darüber, was mit diesen Daten passiert.
Leider gibt es bis heute keine klaren Regelungen darüber, ob es nun ausreicht den Analytics Passus in die Datenschutzerklärung einzubinden oder ob man einen unübersehbaren Link auf diesen auf der Startseite braucht oder ob man vor der Benutzung der Seite den Besucher darüber abfragen muss.
Es ist also besser man sichert sich ab mit den Mittlen die zur Verfügung stehen, strafbar macht man sich mit der Benutzung von Analytics noch nicht, auch wenn so manche Anwällte dies behaupten mögen, vorausgesetzt man informiert den Besucher darüber.
In diesem Sinne, eine schöne Woche zusammen.
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Oktober 15th, 2009 at 08:23
[...] Analytics und der Panikmache Blödsinn (Link) Ich sehe das auch nicht so eng. Aber das eigentliche Problem ist die Verknüpfung der [...]
Oktober 15th, 2009 at 09:57
[...] Meta-Blogger bin ich gerade über einen Artikel zu Google Analytics gestolpert der in meinen Augen etwas [...]